Mittwoch, 22. März 2017

Jesu Begegnung mit der Frau am Jakobsbrunnen


Katechese im Familiengottesdienst am 18. März 2017 in St. Godehard, Amelinghausen


(Das Evangelium wurde in der Version des Weltgebetstags von 2014 mit drei Rollen vorgetragen.)

A: Bitte einmal den Arm heben: Wer hat heute schon irgendetwas mit Wasser zu tun gehabt? (ganz sicher alle alle) - Dachte ich mir: alle!

B: Auch wenn das so selbstverständlich erscheint, lassen Sie uns mal zusammentragen, wofür wir alles so im Alltag Wasser brauchen. Da dürfen Kinder und Erwachsene machen! Wofür brauchen wir Wasser?

(ggf. ergänzen: duschen, baden, waschen, Wäsche waschen, Geschirr abwaschen, Auto waschen, trinken, kochen, Blumen gießen, Tiere tränken,...)

Das ist ganz schön viel! So wichtig ist Wasser!

A: In der Geschichte eben ging es um das Wasser-Trinken. Weil man Durst hat, wenn es heiß ist. So hat es zumindest die Frau gemeint. Da hat Jesus, der Mann am Brunnen, darauf hingewiesen, dass es nicht nur solchen Durst gibt, bei dem die Zunge trocken wird, sondern noch einen anderen. Den Begriff „Durst“ brauchen wir nämlich auch in einem anderen, übertragenen Sinn.

B: Unser Körper kann Durst haben, aber auch unser Inneres, unsere Seele. Damit wir innerlich nicht verdursten, brauchen wir zum Beispiel Liebe.

A: Und wir brauchen auch Vertrauen und das Gefühl, dass wir jemandem wichtig sind. Wir brauchen andere, die uns trösten und in den Arm nehmen, wenn wir traurig sind.

B: Wir brauchen andere Menschen, zum Beispiel unsere Familie, aber auch Freundinnen und Freunde, Klassenkameradinnen und Kollegen, gegen unseren Durst nach Gemeinschaft.

A: Wusstest du, dass wir in unserer Kirche auch Wasser haben?

B: Ja, klar: Im Gemeindehaus in der Küche, auf den Toiletten und in der Sakristei. Zum Händewaschen und Blumen gießen.

A: Ich meine noch ein anderes Wasser. Hat jemand eine Idee welches?

B: Wir haben hier vorne das Taufbecken, aber da ist nur dann Wasser drin, wenn jemand getauft werden will. Aber am Eingang, da ist immer Wasser.

A: Genau: Im Weihwasserbecken. Damit bekreuzige ich mich immer, wenn ich in die Kirche komme und erinnere mich ganz kurz daran, dass ich getauft bin.

B: Und dann gibt es hinten noch mehr Wasser, von dem viele gar nichts wissen. Wie bei der Frau am Jakobsbrunnes ist es in einem Krug. Wer mag, kommt mal mit nach hinten, um sich das anzuschauen. Alle anderen müssten sich mal eben kurz in den Bänken umdrehen und nach hinten gucken.

(Zum Krug mit Weihwasser gehen. Wenn niemand mitkommt, nur Team.)

A: Hier hinten in der Ecke steht immer ein Krug mit Weihwasser. (mit Kännchen schöpfen) Jedes Jahr in der Osternacht wird es geweiht. Und wenn es irgendwann leer ist, auch zwischendurch noch einmal neu.

B: Damit füllen wir zum Beispiel das Weihwasserbecken neu, wenn dort das Wasser verbraucht ist.

A: Es gibt auch Leute, die haben Zuhause ein kleines Weihwasserbecken, um sich zu Hause an ihre Taufe zu erinnern. Die dürfen sich von diesem Wasser mitnehmen.

B: Das Tolle an diesem Weihwasser ist: es bringt ganz vieles zusammen, worüber wir eben geredet haben. Es ist ein Krug. Und erinnert uns an die Frau am Jakobsbrunnen, die dort Wasser schöpfen wollte. Damit sie selber davon trinken konnte. Und ihre Tiere. Und das Gemüse wollte sie auch gießen.

A: Ja, genau. Ich kann dieses Wasser anfassen und fühlen, wie kühl und nass es ist. Es ist echtes Wasser. H2O. Nur trinken würde ich es nicht so gerne, weil es hier schon so lange steht.

B: Aber dieses Weihwasser erinnert uns auch an das lebendige Wasser, von dem Jesus am Brunnen gesprochen hat: An das Versprechen Gottes, dass er uns alles das gibt, was wir dringend für uns innen drin brauchen.

A: Weil wir getauft sind, erinnert uns das Weihwasser hier und in den Weihwasserbecken daran, dass Gott verspricht: Ich bin für dich da. Wenn du allein bist, bin ich da und stille deinen Durst nach Gemeinschaft. Wenn du traurig bist, merke ich das. Vielleicht merkst du auch, wie ich dich tröste. Ich habe dich lieb. Immer. Was auch passiert. Ich bin da. Ich bin für dich da. In dir drin will ich sprudeln, wie eine Quelle. Immer.

B: Und guck mal: Hier steht noch ein Krug. Ein kleiner aus Glas mit frischem Trinkwasser. Lass uns den mit nach vorne nehmen. Davon können wir später trinken. Und uns erinnern, was Jesus über sein lebendiges Wasser gesagt hat.

A und B: Amen.

(Auf jede der anschließenden Fürbitte wurde mit: "Gott, stille ihren Durst" geantwortet und Wasser in Trinkgläser gegossen. Nach dem Segen wurde gemeinsam Wasser getrunken.) 

Mittwoch, 1. März 2017

#Weltgebetstag 2017: Meditation zum Titelbild aus den Philippinen

Zum Bild „Ein flüchtiger Eindruck der Situation in den Philippinen“ von Rowena Apol Laxamana-Sta.Rosa.


Schau dir das Bild an.
Lass dir Zeit.

Bunt ist es,
sehr bunt
mit vielen Details.
© Weltgebetstag der Frauen – Deutsches Komitee e.V
Zu sehen sind
viele Szenen aus dem Alltag
der Menschen auf den Philippinen.

In der Mitte des Bildes:
groß und dominant
eine Frau mit rotem Rock
mit schwarzem wehendem Haar.

In der linken Hand hält sie
eine Waage
mit einem Kreuz.
Die Waage ist nicht im Gleichgewicht.

Mit ihrer rechten Hand
bedeckt die große Frau ein Auge.
Etwas Weißes weht durch ihr Gesicht.
Silbrig-weiße Haare?
Ein Band? Oder ein Tuch?

Das andere Auge ist geöffnet
und schaut uns an.

Über ihren Kopf ein gelber Kreis.
Eine Sonne?
Oder … ein Heiligenschein???

Die große Frau in der Mitte steht auf etwas Grünem:
einem riesigen Bananenblatt.
Getragen wird es von drei Frauen
in bunten Kleidern
und ohne Gesicht.
Eng sind sie miteinander fair-bunden,
tragen so die schwere Last.

Das Bananenblatt ist auch wie ein Tischtuch.
Links eine Frau mit Kind.
Vor ihr ein graues Fischgerippe.
Davon wird niemand mehr satt.

Rechts eine Frau mit einer Reisschale
und Nahrungsmitteln in Hülle und Fülle.
Ein Ungleichgewicht,
wie schon bei der Waage.

In der Mitte ein Kelch.
Vielleicht Brot?
Und Fisch.
Es erinnert mich an Bibelgeschichten.
Und an das Abendmahl.
Für Arme und Reiche.
Für alle.


Viele kleine Alltagsdetails
links und rechts oben im Bild.
Links oben ein Kind mit einem Buch.
Es liest, es darf lernen.

Um es herum graue Häuser einer Stadt.
Müllberge, rauchende Fabrikschlote.
Darunter ein Bagger,
ein Weg führt in den Berg.
Männer bei der Arbeit.

Auf der rechten Seite ist viel mehr Grün.
Reisterrassen werden beackert.
Ein Vulkan ist dort auch,
steht für fruchtbares Land
aber auch Gefahr.

Blau fließt dort Wasser, das Meer.
Ein rotes Boot ist zu sehen
und eins mit Fischernetz.

Stadt und Land,
Vulkane und Meer,
arm und reich,
Kinder und Erwachsene,
Männer und Frauen.
Ungerechtigkeit und Fairness:
All das auf einem Bild
von den Philippinen.

Montag, 20. Februar 2017

W@nder – Konferenz über das Geschenk, nicht hinein zu passen

Um was ging es?


Am 14. und 15. Februar 2017 war ich in Hannover bei der Konferenz w@nder. Angesprochen hatte mich, dass es darin um dieses Fremdsein in der Kirche gehen sollte, von Leuten, die sich dennoch stark mit ihr verbunden fühlen, etwas von ihr oder für sie wollen. Den Ausdruck und die Perspektive des „gift of not fitting in“, des Geschenks oder der Gabe, nicht hinein zu passen, fand ich sehr spannend. Und so traf ich mich zusammen mit ca. 120 weiteren W@ndernden aus der katholischen und der evangelischen Kirche sowie verschiedenen Freikirchen in der Hannoveraner Eisfabrik. Eine Dokumentation darüber findet sich auch hier.

Wie es anfing 


Vor Ort wurde mit der Symbolik rund um eine Bergwanderung gespielt. So hatten die Konferenzräume in der Eisfabrik Namen wie Gletscher, Hochebene, Schlucht und Hütte. In letzterer gab es einen angedeuteten Wald. Es brannte sogar ein Kaminfeuer auf einem Bildschirm, echte Holzscheite lagen daneben und es stand dort … ein Feuerlöscher! Man kann schließlich nie wissen!

W@ndernde Gedanken


Ich bin empfänglich für solche Details und während der ersten Interviews des Abends machte ich mir so meine Gedanken über den Raum, das „Feuer“ und den Feuerlöscher. Ein Feuer, das brennt aber nicht verbrennt erinnert mich nun mal an den brennenden Dornbusch. Mose hatte ihn beim Schafe hüten entdeckt und genau dort etwas Wesentliches von Gott verstanden.

Der Feuerlöscher


Und nun waren hier 120 Kirchenleute, potentiell sollten da Gotteserfahrungen/ -begegnungen nicht ausgeschlossen sein. Aber da war auch dieser Feuerlöscher. Für mich der Hinweis darauf, dass es in der Regel nicht so einfach ist, ein neues Feuer zu entfachen und am brennen zu halten. Es wird immer welche geben, die dies für eine Gefahr halten könnten. Dieser Feuerlöscher-Aspekt, eine nicht zu verleugnende kirchliche und gesellschaftliche Realität, kam mir bei den Gesprächen, an denen ich beteiligt war, ein wenig zu kurz.

Thematischer Einstieg


In der Hütte standen aber auch zwei Sofas mit Leuten drauf, die an diesem ersten Abend von ihren positiven Erfahrungen als Pioniere erzählten. Die Projekte waren zweifellos interessant, ließen mich aber etwas ratlos zurück. Was sollte ich damit anfangen? Solche Projekte gibt es viele. Kirchen- und Katholikentage sind voll davon.

Pioniere


Auch am nächsten Morgen wurden zwei Projekte vorgestellt, die sich aus der jeweils persönlichen Erfahrung, „nicht hinein zu passen“ erfolgreich entwickelt hatten. Mit dem englischsprachigen tat ich mich trotz Dolmetscher schwer. Ich brauche einfach etwas länger, um wieder ins Englische hinein oder mit einer Übersetzung klar zu kommen. Viel Neues war für mich nicht dabei, und wenn doch, dann schien ich die einzige unter lauter Wissenden gewesen zu sein. (z.B.: Was hat es mit diesem ominösen „Start with why“ auf sich, was offensichtlich alle selbstverständlich kannten? Inzwischen hab ichs gegooglet.)

Seilschaften und Routen


Am gewinnbringendsten fand ich die „Seilschaften“ und „Routen“, kleinere Gruppen, in denen intensiv miteinander über das gesprochen werden konnte, was die Teilnehmenden bewegte. Spannende Leute habe ich dabei kennengelernt, teilweise gar nicht weit weg von meinem Zuhause und mit ähnlichen Interessen. Vielleicht wächst da ja etwas aus dem einen oder anderen Erstkontakt.

Twitter-Klassentreffen


Gefreut habe ich mich auch, so vielen Tweeps von meiner Twitter-Timeline live und in Farbe begegnen zu können. Das gab mir gleich ein Gefühl der Vertrautheit. Und meine Timeline ist noch weiter gewachsen …

Me not fitting in


Befremdlich fand ich allerdings auch so einiges und habe damit das Konferenz-Thema sozusagen verinnerlicht. Sowohl im großen Rahmen als auch in den kleinen Gesprächsgruppen gab es anscheinend eine unausgesprochene Übereinkunft, es habe bei allen Pionier-Ideen grundsätzlich immer um Gemeindegründungen und um Gemeindeaufbau zu gehen. Von der Gründung einer Hausgemeinde neben der lokalen Kirchengemeinde war z.B. konkret die Rede. Immer aber sollten Leute, wie auch immer, dazu bewegt werden, sich einer Gemeinschaft anzuschließen.

Sogar mein eigener Routenvorschlag, über das Unterwegssein an sich, seinen ihm innewohnenden Sinn, seine mögliche theologische und geistliche Dimension am Beispiel von (Gemeinde-) Ausflügen, Nachtwanderungen oder Geocaching sollte unter der offiziellen Überschrift „Wo fängt Gemeindegründung an? Von Geocaching und Nachtwanderungen“ für das Thema Gemeindebildung vereinnahmt werden. (Hat zum Glück nicht geklappt. Es gab ein paar andere, die auch im Unterwegssein Zuhause waren.)

Menschen begegnen und begleiten muss nicht in Bindung enden


Aber ist es sinnvoll, das Ziel zu verfolgen, Leute an eine Gemeinde/Gemeinschaft binden zu wollen? Ist da nicht (wie ich es für meine Route formulierte:) das Ziel im Weg? Mir geht es bei meiner Arbeit und auch sonst, wenn religiöse oder kirchliche Themen ins Gespräch kommen, erst mal und vor allem um den oder die einzelnen Menschen, mit denen ich da zu tun habe. Um ihr Leben, ihre Fragen, Erlebnisse, Sorgen, vielleicht auch ihren Glauben – in aller Freiheit. Wenn sich daraus Interesse an weiterem Kontakt und/oder an Gemeinde entwickelt: ok, aber nicht vorrangiges Ziel.

Denn: so wichtig Gemeinschaft für die Weiterentwicklung des eigenen und des gemeinsamen Glaubens auch sein mag: sie ist nicht für jede und jeden von solch großer Bedeutung wie für die, die sich einer solchen verbunden fühlen. Das gilt es zu respektieren, auch im Bereich der Kirchen, finde ich. Ich weiß, dass ich mit dieser Ansicht wiederum andere befremde.

Gemeinsame und (wieder) getrennte Wege


Gemeinsam ein kurzes Stück unterwegs sein, und dann trennen sich die Wege wieder: genau das haben wir doch auch bei w@nder gemacht. Und befinden uns damit in guter biblischer Tradition. Kaum vorstellbar, ALLE Zuhörerinnen und Zuhörer der Bergpredigt wären dem Wander(w@nder?)prediger Jesus in einem riesigen Rudel durch die Lande gefolgt! Wer hätte diese Horde dann wohl noch zu Gast haben wollen?!

Sie gingen vielmehr zurück in ihren Alltag. Genauso wie die Geheilten und Aufgerichteten, die dann doch nicht gesteinigte Frau und die am Jakobsbrunnen. Ihr Leben hatte sich radikal verändert. Davon erzählten sie überall. Aber von der Gründung von religiösen Selbsthilfegruppen habe ich in den Evangelien bislang nichts gelesen.

Aus meiner Pilgererfahrung weiß ich, jeweils beide sind gleich wichtig: Die, die unterwegs sind und sich auf Neuland begeben und die, die an einem Ort bleiben und daher anderen Gastfreundschaft anbieten können. Die, die sich vergesellschaften und die, die für sich bleiben.

Abschlussgottesdienst mit Zeichenhandlung


Was mit einem Gespräch am virtuellen Kamin begann, endete an gleicher Stelle mit einem ökumenischen Gottesdienst. Dabei wurden nach der Predigt alle aufgefordert, zwecks eines erfrischenden „sakramemoralen Kneipens“ nach der W@nderung Schuhe und Strümpfe auszuziehen und durch Behälter mit Wasser zu gehen.

Da wurde für mich rund, was mit dem Dornbusch-Bildschirmfeuer begonnen hatte. Damals bei Mose gings zwar weder um Wasser noch um Fußwaschung, beides kommt bekanntlich später, aber auch er wurde aufgefordert: "Zieh deine Schuhe aus." Denn: "Der Ort, auf dem du stehst, ist heiliges Land." So ist das: Auch wenn ich noch nicht wirklich greifen kann, was ich von w@nder mitnehme: Göttliches (was für ein großes Wort! Ich hab aber nix anderes) ist eben un-be-greifbar. Aber irgendwie haben wir sowas wie heiligen Boden betreten.

Update (21.02.2017):


Ein sehr fundierter Artikel, der meine Anfrage vertieft, ob es kirchlicher Arbeit immer im Gemeindeaufbau und Gemeindegründungen gehen muss, wurde eben auf Dei Verbum unter der Überschrift "Hat Jesus Gemeinde gewollt?" veröffentlicht. Sehr lesenswert!

Mittwoch, 14. Dezember 2016

Psalm 22.2016

Mein Gott, mein Gott, ich rufe zu dir:
wo bist du nur? Ach, zeig dich doch!

Warum hast du die Menschen in Aleppo verlassen,
bist fern ihrem Schreien und ihrer Klage?

Mein Gott, ich rufe bei Tag,
doch du gibst keine Antwort, keine Idee, was ich tun kann;

ich rufe bei Nacht und finde doch keine Ruhe
aus Sorge um die Menschen im Bomben- und Kugelhagel.

Dich zu loben fällt mir schwer,
auch wenn unsere Mütter und Väter dir immer vertrauten,
weil sie Rettung erfuhren und wussten: das warst du.

Sie hatten Glück und überlebten.
Aber was ist mit den Leidenden Syriens?

Von der eigenen Regierung verspottet, verachtet, ermordet.
Es sind doch auch deine Kinder!

Willst du nicht auch ihr Leben?
Wo ist deine schützende Hand?

Die Not ist groß und niemand hilft
und jetzt bist du auch noch fern.

Bomber beschießen sie von oben,
rundherum sind Waffen auf sie gerichtet.
Wie wilde Tiere stürzen sich Soldaten auf Unschuldige.

Ein ganzes Volk verschwindet wie Wasser im Sand,
verlischt wie eine Kerze im Sturm.

Ihre Kehlen schmerzen, trocken wie Scherben,
weil es nirgendwo mehr frisches Wasser gibt.

Den Kindern und Alten klebt die Zunge am Gaumen.
Überall grauer Staub des Todes.

Belagert werden die Unschuldigen,
wie die Geier warten Schützen auf todbringende Flucht.

Nur noch Haut und Knochen die vielen in Syrien
und die Welt schaut einfach nur zu.

Sie verhandeln und beraten,
machen Geld noch mit all dem Leid.

Zeig dich Gott, zeig uns, was wir tun können!
Gib uns Ideen und Kraft zu handeln!

Entreiße Syriens Menschen dem Tod!
Rette sie vor den todbringenden Waffen.

Gerne würde ich von dir singen und dich preisen,
wir feiern doch bald Weihnachten, das Fest der Liebe!

Würde gern davon künden, wie du rettest, befreist.
Wie soll das jetzt gehen bei all dem Leid?

Ich weiß, du bist hier, auch wenn ich dich nicht spüre.
Und du leidest und stirbst dort in der zerstörten Stadt.

Die Armen sollen essen und sich sättigen;
sie sollen wieder froh sein und ohne Angst.
Was für ein großes Geschenk wäre das!

Wenn die Herrschenden doch von dir lernten,
wie du leitest, begleitest, aufrichtest, schützt.

Zeig dich doch! Sei hier und dort!
Gib Trost, Ideen, Kraft und Mut.

Damit endlich Frieden wird
auf Erden.

Copyright: Andrea Rehn-Laryea 
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Samstag, 26. November 2016

Advent: eine Art Geburtsvorbereitung


(Dieser Text von mir wird/wurde in der Wochenendausgabe der Lüneburger Landeszeitung vom 26.11.2016 veröffentlich. Danke an @MedicWinnie und @herr_thiesmeyer fürs Korrekturlesen!)

An diesem Wochenende beginnt der Advent. Diese intensive Vorbereitungszeit auf Weihnachten. Das Warten auf die Geburt des kleinen Jesus.

Gefühlt hat die Vorweihnachtszeit ja eigentlich schon im Spätsommer begonnen. Mit Lebkuchen und Spekulatius in den Supermärkten. Aber es ist ja auch eine ganz besondere Geburt, die da ansteht. Nicht nur für Josef und Maria. Und eine Schwangerschaft dauert nun mal länger als vier Wochen im Dezember.

Zum Ende hin wird es jedoch fast immer stressig für die ganze Familie, bei einer Schwangerschaft genauso wie vor Weihnachten. Viele Einkäufe sind zu erledigen: Geschenke, Kleidung, Lebensmittel. Häufig hat man in diesen Zeiten auch Appetit auf besondere Speisen: im Advent auf süßes, weihnachtlich gewürztes Gebäck, in der Schwangerschaft oft auf die sprichwörtliche saure Gurke.

In meiner eigenen Schwangerschaft zählten wir damals die Wochen und Tage bis zur Geburt. Jetzt im Advent machen wir das mit Adventskranz und Adventskalender. Damals wollten wir wissen, wie das ablaufen wird, wenn unser Kind zur Welt kommt. Als Schwangere habe ich dazu mit anderen werdenden Müttern einen Geburtsvorbereitungs-Kurs besucht. Neben vielen Informationen, Entspannungs- und Atemübungen haben wir auch den Kreißsaal besucht. Sind schon mal ohne Stress in dem Raum gewesen, in dem dieses neue Leben zur Welt kommen sollte. Und egal ob sie später - wie Josef - bei der Geburt dabei sein würden oder nicht, bei diesem speziellen Termin galt: "Bringen Sie gerne Ihren Partner mit!"

Und jetzt im Advent? Viele gehen Weihnachten zur Kirche. Zu einem Gottesdienst, einer Christmette. Mit vertrauten Liedern und der bekannten Geschichte. Da wird Jesus quasi alle Jahre wieder neu geboren - wie diese immer neuen Kleinen in den Kreißsälen und Geburtshäusern.

Gönnen Sie sich in all dem Stress der bevorstehenden adventlichen „Geburtsvorbereitung“ wie eine Schwangere unbedingt kleine Momente der Entspannung. Zum Durchatmen. Vielleicht besuchen Sie dazu dieses „Geburtshaus“ Kirche schon mal vorher. Bei einem Konzert oder einem besonderen Lichter-Gottesdienst wie einer Rorate-Messe. Oder einfach so. Ohne die Weihnachtshektik. Bevor die Geburt des kleinen Jesus dort ziemlich trubelig gefeiert wird. Und bringen Sie gerne noch jemanden mit! 😉


Freitag, 25. November 2016

Advent und Weihnachten in St. Godeshard, Amelinghausen

Zum Vergrößern anklicken.
Alle Gottesdienste und Liturgien in der Advents- und Weihnachtszeit im Raum Lüneburg (Lüneburg, Kaltenmoor, Adendorf, Amelinghausen) bis Anfang Januar (Stand 25.11.2016) hier.

Mittwoch, 28. September 2016

Advent ist im September

Kirchliche Arbeit lebt häufig von Ungleichzeitigkeiten. Da müssen die Texte, die im Advent gelesen werden sollen, bereits im September erdacht werden. Irgendwie passt das dann auch wieder zu dem Weihnachtsgebäck in den Regalen der Supermärkte...

Hier schon mal drei Versuche:


Spekulatius bei 25°?
Warum denn nicht!
Advent ist im Dezember
auch unter Palmen.

***

Kein alter, bärtiger Weihnachts-Mann
wurde damals geboren,
sondern ein kleiner Junge,
ein Baby, ein Kind.
Bestenfalls treffen beide sich
an der Krippe.
Und er
beschenkt ihn.

***

Manchmal
ist da nichts Weihnachtliches
Mitten im Dezember.
Manchmal sind da nur
Alltag, Arbeit, Müdigkeit.

Manchmal
dringt der Glanz nicht durch.
Der Stern von Betlehem,
und alle Rauschgoldengel
müssen leider draußen bleiben.

Vielleicht
ist da dennoch
adventliches Sehnen
wie durch die Jahrhunderte
das des Volkes Israel.

***

Unterwegskalender - Vorwort

Wie im Advent an jedem Tag ein Text-Türchen.

Für Urlaubs- und Lebensreisen,

unterwegs und zu Hause,

auf fremden und vertrauten Wegen,

draußen und drinnen.

Jeden Tag im Juli und August

ein kleiner Gedanke zum Mitnehmen

in der virtuellen Hosentasche

auf den Urlaubs- oder Alltagsweg.